Selbstfindung

Warum du keine schlechte Mutter bist.

16. August 2016

 

 

Na, welcher Typ Mama bist du so?

 

 

Eher die Öko-Mami, die total auf Tragen, Langzeitstillen und Familienbett steht? Oder doch die Mami, die ihren Freiraum braucht, gerne mal ein Wochenende ohne ihr Kind verbringt und voll auf Milchpulver setzt?

Vielleicht auch eine Mama, die ihr Kind vegetarisch oder vegan ernährt. Oder ihrem Kind nichts abschlagen kann. Die nur ein Kind hat, weil sie keine Kinder mehr möchte, oder schon vier Kinder hat und sich auch noch mehr vorstellen kann.

 

 

Es gibt so viele Arten von Müttern, so viele Facetten und so komplett unterschiedliche Menschen. Und irgendwie ist doch das genau der Punkt, oder? Wir sind nämlich alle Menschen, und die sind bekanntlich auch alle unterschiedlich – und das ist auch gut so.

 

 

Wie kann es dann sein, dass man sich bei Müttern so auf Stereotypen stürzt? Als gäbe es nur Schwarz und Weiß, nur Extreme und keinen Platz für irgendetwas dazwischen. Und alles, was nicht ins Bild passt, wird zerrissen. Nein, man muss sogar noch ein Stück weiter gehen: man ist dauerhaft einer Erklärungsnot ausgeliefert. Und wird gebeten, sich zu rechtfertigen. Gerne auch von anderen Müttern.

Warum man denn nur ein halbes Jahr zuhause bleibt. Oder doch gleich ganze drei Jahre. Wieso man sich die Elternzeit mit dem Papa teilt (huch, den gibt es ja auch noch!) oder nicht auf Oma, sondern auf die Krippe zurück greift. Ob man seinem Kind mit zwei Jahren schon Schokolade gibt oder es sein lässt. Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen.

 

Und der Unterton bleibt: „Du machst das nicht richtig.“ Ist man nun von Haus aus nicht mit einem sehr gesunden Selbstwertgefühl gesegnet, dann mag das einen ins Wanken bringen. Und man beginnt vielleicht sogar, es anderen recht machen zu wollen. Der Beginn eines bösen Kreislaufes – denn du lebst letztendlich nur so, wie andere es dir vorgeben und wie du bitte zu sein hast.

 

 

Dabei geht ganz schnell etwas ganz Wichtiges unter: der Mutterinstinkt. Du hast die besten Antennen für das, was dein Kind braucht und auch, was DU brauchst. Man darf sich nämlich auch als Mutter ab und zu mal auf die eigenen Bedürfnisse konzentrieren. Bedürfnisorientiert – ja, in beide Richtungen!

 

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Du und dein Kind – oder deine Kinder – ihr seid ein eingespieltes Team. Ihr kennt euch und eure Eigenheiten besser als alle anderen, also warum sollten andere darüber entscheiden, wie ihr euer Leben lebt? Nur, weil es in ein bestimmtes Schema passt?

 

Du bist eben kein bestimmter „Typ Mama“. Du bist nicht Öko-Mama, Party-Mama oder was weiß ich was. Du bist einfach die Mutter deines Kindes. Und als solche genau perfekt auf dein Kind zugeschnitten. Egal, ob du zig verschiedene Schubladen bedienst – das Wichtigste ist, dass es für dein Kind passt. Nicht für alle anderen.

 

 

Deswegen muss man es schon fast laut raus schreien: Du bist eine gute Mutter.

Am besten fängst du so schnell wie möglich an, es auch selbst zu glauben. 😉

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3 Comments

  • Reply Christine aka stine1 17. August 2016 at 10:37

    Danke für diesen Beitrag. Unsere kleine Maus ist 7 Monate alt und manchmal nervt diese Erklärerei und ständige Rechtfertigung.
    Wir möchten bestimmte Dinge einfach nicht, das scheinen aber manche nicht zu kapieren. Nein, da cremt man sich noch schön die Hände ein mit Nivea und will dann unbedingt das Kind haben und wuschelt damit durch die Haare und streichelt durchs Gesicht. Ich will nicht Nivea in ihren Haaren kleben haben und dass sie das an den Fingern hat und ableckt. Da, ich rechtfertige mich sogar schon hier *lol*
    Am Besten sind sowieso die Anderen (auch Mütter) die negatives Feedback geben, und wenn man dann um Rat fragt kommt nur ein „Ja SO ein Kind war meins nicht, so eine Situation hatte ICH nie“. Aha, ja danke fürs Gespräch. Hatte ich persönlich noch nicht aber schon erlebt bzw. erzählt bekommen. Auf solche Ratschläge kann man auch verzichten.

    • Reply Annie 17. August 2016 at 21:29

      Hallo liebe Christine! Danke DIR für deinen Kommentar! 🙂 Ja, man gerät schnell in diese Rechtfertigungs-Schiene, in die man eigentlich gar nicht rein will und das ist so schade! Denn eigentlich sind wir Mamis doch nur bestrebt, das Beste für unser Kind zu wollen – und handeln dementsprechend 🙂 Ich schick dir liebe Grüße!

  • Reply Eva Maria 20. August 2016 at 09:41

    Auch wenn ich vom Mama-Sein noch ziemlich weit entfernt bin, habe ich deinen Beitrag mit Freude gelesen. Mein Bruder und seine Freundin erwarten gerade ihr zweites Kind und haben sich auch mit allerhand gut gemeinten Ratschlägen, nervigen Verwandten und überfürsorglichen Großeltern herumschlagen müssen. Nichtsdestotrotz hat sich der Kleine zu einem tollen Kerl entwickelt, auch wenn sie nicht jeden der Ratschläge befolgt haben 😉

    Liebe Grüße, Eva
    http://www.thesophisticatedsisters.com

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