Minimalismus

Und, wie sehr Minimalist bist du schon?

28. August 2016

 

 

 

Ab wann darf man sich eigentlich als Minimalist bezeichnen? Muss ich erst ein 10qm-Zimmer bewohnen und nicht mehr als dreißig Dinge besitzen, um in diese Kategorie zu passen?

Sollte das der Fall sein: alles schick. Und total legitim. „Live and let live“ – passt einwandfrei (übrigens nicht nur in diesem Kontext). Aber was, wenn ich in einer 110qm-Wohnung wohne, ein Auto besitze und obendrauf noch zwei Laptops?

Da wird es schon schwieriger.

 

 

Oder vielleicht doch nicht?

 

 

Für mich hat Minimalismus viel mehr mit einer Geisteshaltung als mit einer Anzahl von Dingen, die man besitzt, zu tun. Denn im Grunde geht es doch um das Reduzieren von Überflüssigem. Wenn ich mich nun in meiner riesigen Wohnung unglaublich wohl fühle, macht mich das nicht automatisch zum Nicht-Minimalisten.

Vielmehr ist für mich ausschlaggebend, wie man sich mit dem „Zuviel“ denn fühlt. Und das ist bei mir sehr deutlich: ich fühle Beklemmung und Ballast, habe das Gefühl, nicht hinterherzukommen und bin schnell überfordert. Mehr zu besitzen, als ich brauche, sorgt bei mir für Anspannung und Unwohlsein. Ein sehr unangenehmer Zustand.

 

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Wieviel ich dabei als nötig erachte, ist daher für mich zweitrangig. Denn es ist letztendlich nur eine Zahl! Objektiv betrachtet falle ich damit sicher nicht in das typische Schema einer Minimalistin. Aber dennoch bezeichne ich mich so.

Denn ich trenne mich von all dem, was ich nicht brauche. Und wir reden nicht nur von materiellen Dingen – insbesondere bei mentalem Ballast bringt mich eine minimalistische Haltung zu mehr Zufriedenheit.

Geistigen Müll braucht nämlich niemand. Und von diesem sollte man sich schleunigst trennen. Reduzieren von Überflüssigem eben – die Sorgen, Belastungen, Ängste – einfach rausschmeißen.

Und das ist alles andere als einfach. Ganz im Gegenteil, es ist für mich der schwierigste Teil vom minimalistischen Sein. Aber auch der, der den größten Nutzen und die größte Zufriedenheit bringt.

 

 

Warum Minimalismus für mich so viele positive Auswirkungen hat, könnt ihr hier lesen. Und wer sich von diesem Artikel angesprochen fühlt, der hat vielleicht auch den Wunsch, minimalistischer zu leben – egal, ob er mit 100 Besitztümern startet oder mit 4000.

Wieviel man dann reduziert, ist letztlich ja auch unerheblich – denn ich glaube auch, dass Minimalismus ein Prozess ist, den man Schritt für Schritt umsetzt. Und das geht ohnehin nicht von heute auf morgen.

 

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Was du also brauchst und was nicht – das entscheidest eben nur genau DU. Und nicht der „Ratgeber für Minimalisten“. Wenn du dich als Minimalisten wahrnimmst, dann ist das genau richtig! Egal, wie viel du denn eigentlich besitzt.

Darum geht es doch uns allen nämlich: nur das zu besitzen, was man braucht. Und mit wie viel du dich wohl fühlst, das ist so individuell wie unsere DNA.

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4 Comments

  • Reply Ana 29. August 2016 at 08:20

    Wie immer ein schöner Post – bist eine meiner liebsten Bloggerinnen zum Thema Minimalismus derzeit 🙂 Mach weiter so!

    xx Ana // http://www.disasterdiary.de

    • Reply Annie 30. August 2016 at 09:45

      Ana, was für ein tolles Kompliment! Vielen Dank <3 Jetzt werde ich ganz rot ;))) Liebste Grüße!!!

  • Reply Chrissi 31. August 2016 at 09:42

    Hey,
    Ich bin gerade zum ersten Mal auf deinem Blog gelandet und finde deinen Artikel super. Er entspricht genau meinen Ansichten!

    Ich halte es mit dem Minimalismus auch so, dass ich mich von unwichtigen Dinge trennen will. Allerdings soll das ganze nicht von einer Zahl bestimmt sein 🙂

    Liebe Grüße, Chrissi 🙂

  • Reply Jenni 1. September 2016 at 10:42

    Liebe Annie!
    Ich danke dir für diesen schönen Artikel mit dieser tollen Botschaft!
    Du hast absolut recht – es gibt keinen perfekten Minimalismus – und das ist auch gut so. Jeder und jede definiert das für sich anders – und die eigene Definition kann sich auch mehrfach im Laufe kurzer Abstände ändern – und auch das ist gut so.
    Der Gedanke dahinter ist wichtig, das Sich-Wohlfühlen mit den Dingen, die man hat und der Person, die man ist.

    Liebe Grüße
    Jenni

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