Green Lifestyle Minimalismus

Tipps für Zero Waste Anfänger.

3. August 2016

 

Zero waste? Was ist das?

 

Der ein oder andere hat sicher davon gehört. Das ist schon prima 🙂 Für all diejenigen, die sich damit noch nicht auskennen: Zero Waste ist neudeutsch für Müllvermeidung.

 

Wir haben hier in Deutschland eine unglaubliche Mülltrennungskultur und sind da noch vermeintlich stolz drauf! Ist ja schon fast ein Volkssport. Aber wie wäre es, wenn man dem ganzen Plastik so weit wie möglich den Rücken kehren könnte? Denn lassen wir mal die (erhebliche!) Umweltverschmutzung außer Acht, ist Plastik nun auch nicht gerade ein Material, dass besonders gut für uns ist. Und wir umgeben uns täglich damit, verpacken unsere Lebensmittel und die Schulbrote für unsere Kinder darin, haben dauerhaft damit zu tun und lassen es fast permanent an unsere Haut.

Es gibt eine ganz wundervolle Bewegung, die sich dem entgegensetzt: zero waste. Man beschäftigt sich mit der Müllvermeidung, mit nachhaltigeren Alternativen und natürlicheren Inhaltsstoffen. Das Thema ist sicherlich nicht ganz neu, aber dennoch muss man sich nur mal umschauen und stellt fest: Müll ist so allgegenwärtig.

 

Die Pionierin auf dem Gebiet ist für mich Bea Johnson von Zero Waste Home, die das Ganze so weit perfektioniert hat, dass sie in einem Haushalt mit zwei Kindern und ihrem Mann nur noch eine winzige Menge an Müll generiert. Ihr Buch, das den Namen Zero Waste Home trägt, ist eine riesige Inspiration und wird von mir gerade verschlungen 😉 (Als eBook.)

Im deutschsprachigen Raum beschäftigt sich Shia von Wasteland Rebel intensiv mit dem Thema und hat sogar ein Buch dazu geschrieben, dass ich an dieser Stelle wärmstens empfehlen kann! Ganz nachhaltig gibt es das Buch auch im e-book-Format (was ich zum Beispiel genutzt habe) und gibt einem super Tipps für den Einstieg in Zero Waste und handfeste Anleitungen, wie man seinen Alltag Schritt für Schritt umstellen kann.

 

Ich hab mich in den letzten Monaten auch intensiver damit beschäftigt und finde es großartig! Mal abgesehen davon, dass man viel weniger kauft (was Minimalismus-Fans wie mir unglaublich entgegen kommt), ernährt man sich gesünder, spart Zeit und lebt konformer mit seiner eigenen Einstellung. Nach und nach haben wir hier einige Dinge umgesetzt und arbeiten noch an anderen. Aber alles ohne Druck, sondern mit Begeisterung und Freude über alles, was uns weg vom (Plastik-)Müll und hin zu einem gesünderen, nachhaltigen und bewussten Lebensstil bringt.

Und tatsächlich gibt es so viele Kleinigkeiten, die man mit ganz geringem Aufwand umstellen kann und mit denen man schon unglaublich viel erreicht! Fairerweise sei gesagt, dass wir uns auch noch lange nicht „waste-free“ nennen können und das sicher auch noch eine ganze Zeit dauern wird. Aber jeden Tag wird es ein Stückchen weniger und jede Veränderung hilft dem großen Ganzen weiter.

 

Während meiner Erfahrung mit einem müllvermeidenden Lebensstil habe ich schon einige Dinge entdeckt, die sich wahnsinnig leicht verändern lassen. Und weil es so befreiend und gut tut, die Ergebnisse zu sehen, möchte ich heute meine Einsteiger-Tipps mit euch teilen!

 

zero-waste-2

 

 

  1. Verzichte auf Plastiktüten

Nimm die guten, alten Stoffbeutel! Du kannst sie mehrfach nutzen, sie fliegen nicht so hässlich überall rum und nehmen nicht ganz so viel Platz weg. Und sie sind deutlich nachhaltiger und hautfreundlicher als die Plastiktüten. Am besten kann man sich angewöhnen, einfach immer einen Stoffbeutel mit in der Handtasche zu gehen, dann ist man auch für einen spontanen Einkauf bestens gerüstet 🙂

 

  1. Der „Keine Werbung“-Aufkleber

…geht unheimlich fix und macht dabei ganz viel aus. Die Sonntagszeitung, Werbeprospekte und Flyer im Briefkasten sind damit Geschichte. Wer aber nicht darauf verzichten will, hat über das Internet nach wie vor die Möglichkeit, nachzusehen: viele Supermärkte stellen ihre Prospekte mittlerweile auch online zur Verfügung!

 

  1. Kein To-Go mehr!

Fast jeder von uns hat doch eine kleine Thermoskanne oder einen Kaffeebecher zuhause: nutzt ihn! Gerade beim Coffee to go muss man sich mal vor Augen führen, wie viel da weggeschmissen wird, wenn wir doch alle morgens die fünf Minuten haben, um unseren eigenen Kaffee umzufüllen. Ist auch billiger und daher definitiv empfehlenswert 🙂

 

  1. Plastikflaschen ersetzen

Wenn ihr unterwegs seid und nichts zu Trinken dabei habt, ist die Versuchung groß, schnell etwas zu besorgen. Und es soll ja niemand verdursten! Aber es gibt auch viele Alternativen in Glasflaschen, die deutlich nachhaltiger sind. Das ist zwar dann keine Müllvermeidung, aber besser als die Plastikflaschen ist es allemal. Zuhause geht es noch einfacher: entweder steigt ihr auf Leitungswasser um – oder wenn ihr lieber Wasser mit Kohlensäure mögt: Soda Stream – oder greift auch hier zumindest auf Glasflaschen zurück, die ihr danach noch weiter nutzen könnt.

 

  1. Vorher nach Alternativen suchen

Für mich persönlich der wichtigste Tipp! Geht etwas alle (Spülmittel, Duschbad, Deo…) oder kaputt, muss es ersetzt werden – ganz klar. Vorausgesetzt, es ist wichtig und ihr braucht es wirklich 😉 Allerdings solltet ihr vorab schon nach Alternativen Ausschau halten, die langlebiger sind und wiederverwendet werden können. Noch besser ist es, wenn ihr einen Weg findet, es selbst herzustellen (zum Beispiel bei Kosmetik oder auch einfache Reiniger). Hierzu hat Shia in ihrem Buch übrigens einige wirklich gute Rezepte mit Gelinggarantie, die ohne viele (verpackte) Zutaten auskommen! Habt ihr euch allerdings vorher keine Alternative überlegt, ist die Gefahr groß, die Sache schnell zu ersetzen, und zwar auf dem herkömmlichen Wege, die meistens nicht besonders nachhaltig ist. Insofern ist es durchaus ratsam, sich schon vorher ein Ersatzprodukt zu suchen!

 

zero-waste-1

 

Vielleicht ist für euch der ein oder andere Tipp dabei? Ich jedenfalls habe mit diesen Ratschlägen schon eine Menge ändern können und nehme euch weiterhin auf unserem Zero Waste-Weg mit…

You Might Also Like

8 Comments

  • Reply Julia 3. August 2016 at 09:45

    Liebe Anni,
    das sind tolle Tipps! 🙂
    Wer seine Lebensmittel verpackungsfrei kaufen möchte, kann sich in seiner Stadt auch umsehen, ob es vielleicht einen verpackungsfreien Laden gibt! Vor Kurzem hat „Louise genießt“ in Erfurt eröffnet und ich versuche dort regelmäßig einzukaufen. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern macht auch noch Spaß, das es irgendwie entschleunigt 😀
    Auf meinem Blog habe ich darüber geschrieben: https://julietravels.de/endlich-louise-geniesst/
    Viele Grüße!

    • Reply Annie 3. August 2016 at 11:29

      Hey Julia, klar das stimmt natürlich! Louise genießt finde ich auch ganz ganz wunderbar 🙂 Liebste Grüße an dich und ich hoffe wir sehen uns bald mal wieder 😉

  • Reply *thea 3. August 2016 at 16:06

    Ich beschäftige mich gerade auch mit dem Thema und kann alles genau so unterschreiben…ich habe für gewissen Dinge auch schon Alternativ-Ideen, wenn diese aufgebraucht sind…zB Kafeekapseln 😉 Einfach mal über einen Wochenmarkt bummeln und ein zwei Behälter mitnehmen, ganz ohne Zwang kann ich auch empfehlen. Das verbindet Spaß mit Einkaufen. Dort lasse ich mir immer beim Türken direkt getrocknete Tomaten und Oliven ins Glas füllen. Liebe Grüße *thea

    • Reply Annie 3. August 2016 at 21:20

      Hi Thea! 🙂 Jaaa, Wochenmärkte liebe ich auch. Da kann man wunderbare Inspirationen zum Kochen sammeln und es ist einfach ein ganz anderes, persönlicheres Einkaufen als beispielsweise im Supermarkt – und dann auch noch mit viel weniger Verpackung 😉

  • Reply Cristina 4. August 2016 at 10:12

    Hey meine Liebe,

    die Tipps sind super und ich kann stolz erzählen, dass ich fast alle Vorschläge schon selbst so umsetze 🙂 Das Buch von der Shia habe ich mir jetzt bestellt und werde es die Tage in der Filiale abholen, ich freu mich! 🙂
    Mach weiter so, ich finde es ganz toll und lass mich mal von dir inspieren 🙂
    Liebste Grüsse
    Deine Cristina <3

    • Reply Annie 4. August 2016 at 10:55

      <3
      Danke du Tolle! :-*

  • Reply Anna 4. August 2016 at 14:41

    Liebe Annie,

    ich versuche auch seit einiger Zeit, meinen Müll zu reduzieren, muss aber ehrlich sagen, dass ich es nicht so recht schaffen kann. Darum freue ich mich sehr über deine Tipps und hoffe, sie in Zukunft noch besser anwenden zu können! Hast du zufällig Tipps für Spülmittel usw. das nicht in Plastik verpackt ist?

    Liebe Grüße
    Anna

    • Reply Annie 5. August 2016 at 08:47

      Guten Morgen liebe Anna 🙂
      Danke dir! Es ist wirklich zu Beginn nicht einfach, aber es muss ja auch nicht alles von heute auf morgen passieren. Das ganze ist ja ein langer Prozess und neue Gewohnheiten müssen auch erst zu solchen werden 😉 Wir selber sind auch lange noch nicht am Ziel, auch wegen unserer kleinen Tochter 😀 Aber das muss auch nicht sein. Jeder Schritt, den man macht, ist schon viel wert!!
      Zu deiner Frage: ich kaufe unser Spülmittel im Unverpackt-Laden bei uns in Erfurt, da gibt es das zum Glück und man kann sich das ganz entspannt abfüllen. (In dem Kommentar von Julia weiter oben findest du ihn auch verlinkt, falls du aus der Ecke kommst!) Ansonsten habe ich aber auch schon einige „Rezepte“ gesehen, wie man sich das Spülmittel selber zusammenmischen kann, da kann ich aber leider nicht viel zu sagen, wie und ob es gut funktioniert. Aber ich hänge dir mal ein paar Links dazu an, vielleicht klappt das ja so für dich (gesünder ist es mit Sicherheit allemal!)

      http://www.smarticular.net/bio-spuelmittel-selber-machen-aus-drei-einfachen-zutaten/
      https://zumursprungzurueck.com/tag/spulmittel-selber-machen/
      http://wastelandrebel.com/de/oeko-spuelmittel-selber-machen/

      Liebste Grüße an dich und ich wünsch dir schon einmal ein schönes Wochenende!! 🙂

    Leave a Reply