Allgemein Selbstfindung

Murphy’s Gesetz oder: Wie du Arschloch-Tagen den Kampf ansagst.

31. August 2016

 

Ich glaube, das kennen wir alle: du wachst morgens auf und weißt sofort, dass der Tag zum Scheitern verurteilt ist. Oder wenn da noch alles schick ist, kommt die Erkenntnis spätestens dann, wenn du die Küche betrittst, um dir einen Kaffee zu machen: die Kaffeebohnen sind leer. Vielleicht sind sie es aber auch nicht, dafür rutscht dir die Packung aus der Hand und du hast einen neuen Teppich, der aus Kaffeebohnen besteht. Ist doch großartig, nicht wahr?

Und weiter geht’s: Da stößt man sich den kleinen Zeh am Stuhl (und wir alle wissen, wie sehr das weh tut!), man tritt auf einen Bauklotz der Tochter – das ist mir natürlich noch nie passiert – und schafft es irgendwie, auf das frisch gewaschene Oberteil zu kleckern.

 

An dieser Stelle könnte ich euch noch unzählige Beispiele dafür geben, wie es weiter geht, aber ich glaube, wir wissen alle Bescheid. Diese Tage – ich bezeichne sie ganz liebevoll als Arschloch-Tage, man verzeihe mir den Ausdruck, aber er trifft es einfach zu gut! – sind eigentlich dazu bestimmt, sich unter die Bettdecke zu verkriechen und einfach zu warten, bis sie vorbei sind.

 

Nun haben wir nicht immer die Möglichkeit, genau das zu tun, weil wir zur Arbeit müssen, Termine haben, Frühstück für unsere Kinder machen müssen. Also was tun?

 

Wir sagen diesen Tagen einfach den Kampf an 😉

 

Ich muss fairerweise folgendes dazu sagen: um ehrlich zu sein haben mich genau solche Tage früher unglaublich deprimiert und mir schlechte Laune bereitet. Aber mit der Zeit habe ich festgestellt, dass es noch eine andere Alternative gibt, damit umzugehen, und siehe da: plötzlich waren diese Tage gar nicht mal mehr so schlimm. Tatsächlich ist es erst ein paar Tage her, dass ich „mit dem falschen Fuß aufgestanden bin“, und obwohl mich früher so etwas total aus der Bahn geworfen hätte, kann ich heute sagen: Der Tag war gar nicht so schlimm!

 

 

Meine Tipps möchte ich deshalb heute mit euch teilen.

 

 

Verstehe den Mechanismus dahinter

 

„Murphy’s Law“ – Alles, was schief gehen kann, wird auch schief gehen. Aber es gibt noch einen anderen Ausdruck dafür: die sich selbst erfüllende Prophezeiung. Sie besagt im Grunde, dass wir eine bestimmte Erwartung an etwas haben und unser Verhalten davon so sehr beeinflusst wird, dass sich unsere Erwartung dadurch bewahrheitet. Als Beispiel: du schreibst bald eine wichtige Klausur, bei der du die Panik hast, nicht zu bestehen. Dieser Druck und diese Angst übertragen sich so sehr auf dein Verhalten, dass du tatsächlich eine schlechtere Leistung ablieferst und so eventuell wirklich nicht bestehst. (Wer zu diesem Thema mehr wissen will, kann ja mal Paul Watzlawick googeln.)

Das Ganze ist ein Kreislauf. Und hier kommt die gute Nachricht: man kann versuchen, diesen zu durchbrechen, indem man sich bewusst macht, dass es ein Kreislauf ist. Das heißt, du kannst dein Verhalten auch positiv beeinflussen! Was wäre nämlich, wenn du folgende Erwartung zugrunde legst? „Heute wird ein wahnsinnig toller Tag.“ Hier ist eine sich selbst erfüllende Prophezeiung gar nicht so verkehrt, oder nicht? 😉

 

 

Nutze die Kraft von positiven Gedanken

 

Klar, bis jetzt ist der Tag ziemlich bescheiden gewesen. Man könnte jetzt denken: „Das wird sowieso nichts mehr. Heute geht einfach alles schief, ich brauche mich nicht einmal anzustrengen. Wäre dieser Tag doch nur endlich vorbei….“ Unsere Gedanken haben eine riesige Macht und die sollte man sich an solchen Tagen, an denen vermeintlich alles schief geht, zu Nutze machen. Das bedeutet im Klartext: du beschließt, dass der Tag eben großartig wird. Du setzt trotzdem ein Lächeln auf (egal ob es deiner momentanen Grundhaltung entspricht) und wirst einen verblüffenden Effekt bemerken: auch, wenn das Lächeln aufgesetzt ist, setzt es trotzdem die richtigen Verbindungen in Gang, die dich dazu bringen, eine positivere Grundstimmung zu bekommen. Das Gehirn weiß nicht, dass du dieses Lächeln nur spielst – es reagiert deshalb so, als ob es echt wäre. Ein genialer Trick!

 

murphysgesetz-1

 

Jammern ist erlaubt

 

Eine tolle Nachricht, oder? 😉 Diese ganze aufgestaute negative Energie muss irgendwie raus – aber nicht, indem du den ganzen Tag in Selbstmitleid zerfällst. Stell dir wegen mir einen Wecker oder gib dir genau fünfzehn Minuten Zeit, aber begrenze das Jammern oder Ärgern auf einen konkreten Zeitraum. (Wenn es nicht anders geht, dann sind auch fünf Minuten auf der Toilette der Arbeitsstelle okay.) In dieser Zeit darfst du jammern, genervt sein, meckern und nölen so viel du willst. Danach setzt du aber einen Haken dahinter und entscheidest dich aktiv dafür, heute noch einen wundervollen Tag daraus zu machen. So kommst du erst gar nicht dazu, frustriert zu sein, weil du jetzt auf Teufel komm raus gut drauf sein musst.

 

 

 

Nimm es mit Humor

 

Du denkst jetzt vermutlich: „Das ist der schlechteste Tipp aller Zeiten…“ und vielleicht hast du Recht, das funktioniert sicher nicht bei jedem. Aber lass mich nur eins sagen: Sarkasmus und Humor sind mächtige Waffen. Was das Antäuschen eines Lächelns bewirken kann, steht oben schon. Nun drehst du den Spieß einfach um und machst dir eben aus jeder Situation einen Witz: „Ich wette, wenn ich jetzt diese Tasse hoch nehme, wird sie mir runter fallen!“ Mal gucken, ob sie dir wirklich runter fallen wird 😉 Was das mit dir macht? Es gibt dir die Kontrolle über deine Handlungen wieder. Was vorher nur ein schwammiges „Egal, was ich mache, es geht eh alles schief…“ war, ist nun kontrollierbar und damit auch zu stemmen.

 

murphysgesetz-2

 

Und wenn gar nichts hilft…

 

…ja, auch das soll es geben. Du bemühst dich so sehr, den Tag noch großartig zu machen und es gelingt einfach nicht. Dann ist das auch okay. Akzeptanz ist dann der richtige Weg. Dann war es heute eben einfach nicht dein Tag – dafür wird er es aber morgen wieder. Meine Vorgehensweise ist da: ab aufs Sofa und den ganzen Abend schnulzige japanische Kitsch-Serien gucken (Ich habe da so eine Art Faible für.) Allerdings habe ich noch eine Bitte: Lass den Tag dann einfach so stehen und grübele nicht im Nachhinein darüber. Oder noch schlimmer: du hast ein schlechtes Gewissen, weil du abends wegen deiner schlechten Laune ein Eis gegessen hast? Auf keinen Fall! Dieses Eis hatte seine Berechtigung und hat dir dabei geholfen, dass du dich besser fühlst. Hake es ab und morgen hast du eine neue Chance, den Tag zum besten deines Lebens zu machen 😉

 

 

 

Habt ihr noch weitere Geheimwaffen für mich? Dann immer her damit!

You Might Also Like

1 Comment

  • Reply Elena 1. September 2016 at 10:48

    Mir hilft bei solchen Tage oft eine „Restart“-Pause, die nicht viel mehr ist als ein Power-Napping.
    Timer auf min. 15 Minuten und max. 26 Minuten setzten, Kopfhörer in die Ohren mit Lieblings- oder Entspannungsmusik und ein kuschliges Plätzchen.
    Danach fühle ich mich meist frischer und negative Gedanken sind wie weg geblasen.

  • Leave a Reply