Green Lifestyle Minimalismus

Capsule Wardrobe – ein Anfang.

24. Juli 2016

 

Mein Kleiderschrank und ich – da herrscht Krieg seit Urzeiten.

Ich schaue hinein und habe wie ganz viele andere Frauen da draußen das Gefühl: ich hab nix anzuziehen! Das gefällt mir alles nicht!

 

Ich habe mich auch nie wirklich bewusst mit dem Inhalt auseinander gesetzt – das muss fairerweise gesagt werden. Es wurde immer das gekauft, was mir gefiel – ganz gleich, ob es zum Rest des Kleiderschranks passte oder nicht. Mal ganz abgesehen davon, dass Qualität für mich total egal war: 90% (ich behaupte sogar, die Zahl ist eigentlich noch höher) meiner Garderobe besteht aus H&M, Vero Moda, Zara und den üblichen Verdächtigen. Nicht besonders aufregend, hauptsächlich Basics und gute Qualität? Mangelware.

Wenn ich könnte, würde ich am liebsten einmal alle Türen aufreißen und alles wegschmeißen, ganz ehrlich. Dann hätte ich aber nix mehr zum Anziehen. Also mache ich einen eher schleichenden Prozess daraus. Das hat zwar nix mehr von einer „Hau-Ruck-Methode“, ist aber zumindest etwas nachhaltiger und bewahrt mich hoffentlich von Fehlkäufen.

 

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Denn von diesen habe ich einige gehabt. Tatsächlich habe ich mich nämlich noch nie wirklich mit meinem Stil auseinander gesetzt! So richtig weiß ich gar nicht, was mir gefällt – oder was ich tragen kann und worin ich mich wohlfühle.

Jetzt bin ich ja Studentin und Mama in Elternzeit, das finanzielle Polster, um mir eine riesige, umfassende Garderobe anzuschaffen, ist leider nicht besonders hoch. Mal abgesehen davon muss sich ein eigener Stil ja auch erst entwickeln und das geht nun mal nicht über Nacht.

Also habe ich mir ein Budget gesetzt, dass ich im Monat ausgeben darf – und von dem ich meinen Kleiderschrank nach und nach austausche und optimiere.

Deswegen gefällt mir die Idee des „Capsule Wardrobes“ so gut. Man besitzt einen „Stamm“ an Anziehsachen, die untereinander gut kombinierbar sind, in denen man sich wohl fühlt, und als Outfits in vielen Facetten funktionieren. So erledigt sich (hoffentlich) die „Was-ziehe-ich-heute-an“-Problematik, denn es ist einfach alles schön im Kleiderschrank!

 

capsulewardrobe-titelbild

 

Und vor allem fallen diese riesigen Massen an Kleidung weg… gerade, wenn man bewusst und möglichst nachhaltig kauft, ist das allemal besser, als das hundertste weiße Oberteil von Zara, dass gerade runtergesetzt war und „einfach mitmusste“. Das meine ich gar nicht missionierend, denn mir selber ging es ja noch bis vor kurzem genauso!

Ich kann es aber einfach nicht mehr mit meinem Gewissen, meinem Lebensstil und meiner Einstellung vertreten, so ein Konsumverhalten weiter zu führen. Es gibt unheimlich viele, die unter dieser Industrie leiden (die Arbeiter und Näherinnen, die Tiere, die Umwelt…) und das will ich nicht länger unterstützen.

Zum Glück gibt es deshalb immer mehr tolle Labels, mit denen man sich stattdessen eindecken kann! Nicht in dieser riesigen Menge wie vorher, denn so viel Kleidung braucht man definitiv nicht… sondern ausgewählter und bewusster. So, dass man nicht mehr nur 20% des Kleiderschranks trägt – sondern sich vielleicht irgendwann mal der 100%-Marke nähern kann..

Ich möchte meinen Beitrag mit dem Einrichten eines solchen Capsule Wardrobes abgeben. Damit mein ständiges morgendliches Chaos und mein Gewissenkonflikt aufhört… und ich einfach besser angezogen bin 😉

 

Mein erster Schritt besteht also darin, fleißig Inspirationen zu sammeln, was mir denn eigentlich gefällt und welche Kombinationen ich schön finde bzw. gerne nachstylen möchte. Das Ganze mache ich über meine Pinterest-Seite, auf der ihr mir gerne folgen könnt 🙂 So bekomme ich erst einmal einen Überblick, was ich gut finde und wie ich meine Garderobe aufbauen will. Hier habe ich meine ganzen Fashion-Inspirationen gesammelt und ich finde, man kann schon jetzt gut erkennen, was ich gut finde:

 

  • cleane Mode ohne viel Geschnörkel und Muster
  • Streifen gehen aber immer!
  • klare Farben – bevorzugt weiß, grau, schwarz
  • lockere Schnitte
  • flache Schuhe
  • ein sportlich-legerer Stil
  • filigrane und dezente Accessoires

 

Der nächste Schritt ist dann, schrittweise meine „alten“ Sachen zu ersetzen, bis ich mir eine funktionierende, minimalistische und schöne Garderobe geschaffen habe! Und das mit fairer Mode 🙂

Das Ganze wird nicht von heute auf morgen gehen, das ist mir bewusst. Aber definitiv freue ich mich schon jetzt auf das Ergebnis! Zum Anfang habe ich mir gleich ein paar Basic-Teile von ArmedAngels zugelegt, eine wundervolle Marke aus Köln, die nachhaltig, fair und transparent produziert. Diese Basics ergänzen meinen Kleiderschrank sehr gut und weil ich noch ganz am Anfang stehe, muss ich erst einmal alles aufbauen – und das geht nun einmal am besten mit Basics.

Wer gerne noch ein paar Infos zum Thema Capsule Wardrobe haben möchte und sich in das Konzept einmal reinlesen will, für den habe ich hier noch drei Link-Tipps von super schönen Blogs für euch (und tut mir den Gefallen und schaut auch so mal auf den Blogs dabei, denn sie sind auch darüber hinaus ganz wundervoll!)

 

Katharina von Some Kind Of Fashion hat einen super Anfänger-tauglichen Post zum Capsule Wardrobe geschrieben, mit dem man schon ganz viel bewirken kann!

Auf Recklessy Restless gibt es einen grandiosen Einsteiger-Post von Anne und viele hilfreiche Tipps zum Capsule Wardrobe!

Moni von minime-life hat hier darüber geschrieben und sogar ein E-Book zum Capsule Wardrobe verfasst!

 

 

Ich freu mich auf euer Feedback!

 

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6 Comments

  • Reply Jule 24. Juli 2016 at 10:19

    Wow! <3 Ganz toller Beitrag, der ganz toll geschrieben ist und mir absolut aus der Seele spricht. Ich befinde mich gerade in einem ähnlichen Stadium – in meinem Kleiderschrank gefällt mir nicht mehr so viel – vieles sieht (für mich) danach aus, wie es hergestellt wurde, auch wenn ich Leute auf der Straße bewusst anschaue, frage ich mich häufig, wo ihre Sachen wohl hergestellt wurden. Die Idee mit Pinterest ist ganz wunderbar, denn auch ich frage mich manchmal "verzweifelt", was denn eigentlich mein eigener Stil ist. Danke!

    • Reply Annie 24. Juli 2016 at 11:36

      Liebe Jule, vielen Dank für deinen tollen Kommentar <3 Ich glaube auch, dass das Problem ist, dass es uns einfach egal geworden ist, wo unsere Sachen herkommen und unter welchen Umständen sie mal hergestellt worden sind. Ich für meinen Teil kenne zum Beispiel kaum jemanden, der sich durchliest, woher sein T-Shirt denn eigentlich stammt... Das will ich für mich aber so nicht mehr 😉 Ich finde es toll, dass auch du darüber nachdenkst 🙂 Und ja, Pinterest ist echt eine super Quelle dafür - man sammelt einfach erstmal und irgendwann kristalliert sich dann mehr und mehr raus, was einem eigentlich gefällt...
      Hab einen schönen Sonntag <3

  • Reply Katharina 24. Juli 2016 at 14:52

    Du hast das Problem sehr gut beschrieben, vor dem vollen (oder über vollen) Kleiderschrank stehen und einfach nichts zum anziehen zu finden. Das ist nicht ein generelles Klischee, was Frauen betrifft, sondern ein Problem das sich lösen lässt!
    Mit dem Ausmisten macht man schonmal einen großen Schritt in die richtige Richtung. Das war bei mir viel wert, danach geht man bewusster mit Mode um und vermeidetzumindest einige Fehlkäufe. Ich glaube der ein oder andere rutscht trotzdem nochmal dazwischen, aber das ist ja auch kein Weltuntergang 😉
    Toll, dass sich in letzter Zeit so viele mit dem Thema aus einander setzen, damit kann man auch nachhaltig einiges bewegen!
    Vielen Dank auch nochmal für die Verlinkung 🙂
    Ich würde mich freuen demnächst zu erfahren, wie du mit dem Prinzip auf Dauer im Alltag so zurecht kommst.
    Liebste Grüße und ein schönes Wochenende noch
    Katharina
    __________________
    http://somekindoffashion.de

    • Reply Annie 25. Juli 2016 at 20:16

      Liebe Katharina,
      danke auch DIR nochmal, dass ich deinen Post verlinken durfte! 😉
      Ich finde es wirklich ein grandioses Konzept, um sich und seinen Stil wirklich zu erkennen und zu finden. Von daher gibt’s für mich eigentlich keine Alternative und ja, ich halte euch auf alle Fälle auf dem Laufenden!
      Das Ausmisten war für mich auch sehr befreiend – insgesamt war es nicht wenig, fühlt sich aber jetzt richtig gut an, viel überlegter an die ganze Thematik zu gehen.
      Hab einen wundervollen Tag 🙂

  • Reply Anne 25. Juli 2016 at 18:14

    Ohhh, vielen Dank auch von mir für die liebe Erwähnung und Verlinkung.
    Am interessantesten an der Capsule Wardrobe fand ich eigentlich immer, dass man tatsächlich mit weniger besser herausfindet was für einen Stil man hat als mit mehr Kleidungsstücken. Auch ich bin gespannt, wieviel du noch über dich lernst während deiner Capsule Wardrobe Erfahrung.

    Lg Anne
    http://www.recklessly-restless.com

    • Reply Annie 25. Juli 2016 at 20:18

      Liebe Anne,
      danke für deinen lieben Kommentar 🙂 Schon irre, aber du hast natürlich vollkommen Recht! Man ist durch die Konzentration auf die wenigen Sachen viel wählerischer, was rein darf und was nicht – so findet man seinen eigenen Stil viel leichter 😉 Ich bin auch gespannt auf die Entwicklung und werde natürlich berichten 😉 Liebste Grüße an dich!

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