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10 Tipps, wie du effektiv lernst.

21. Juli 2016

 

Die ein oder anderen unter euch wissen sicher, dass ich ein Fernstudium mache. Das ist ja eigentlich ein Konstrukt, dass man eher neben dem Beruf aufnimmt und sich abends damit befasst – ich hab das Ganze aber für mich etwas angepasst 😉

Dadurch, dass ich in der Elternzeit bin und meine Tochter in die Krippe geht, habe ich kurzerhand eine Art „Vollzeit-Studium“ draus gemacht. So bin ich schneller fertig (ein Vorteil bei meiner Uni, dass ich die Prüfungen alle zwei Monate schreiben kann) und kann mich vormittags komplett meinem Studium (und dem Blog) widmen!

Damit das aber auch wirklich funktioniert, habe ich mir mittlerweile (nach einem knappen Jahr) einige Routinen und Kniffe angewöhnt, die es mir leichter machen, mich morgens zu motivieren, tatsächlich auch am Studium zu arbeiten und es nicht schleifen zu lassen.

Und die Studenten unter uns wissen: man braucht nicht erst ein kleines Kind und schlaflose Nächte, um in den Aufschiebe-Modus zu verfallen 😉

Diese Tipps funktionieren für mich wirklich gut und ich arbeite damit viel effektiver als vorher – deswegen möchte ich sie heute mit euch teilen!

 

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  1. Positives Mindset

Warum steht ausgerechnet dieser Punkt gleich ganz oben? Weil ich finde, dass es mit Abstand der Wichtigste ist! Die Bereitschaft, sich komplett auf das Lernen und das Studium einzulassen ist für mich ein ganz wichtiger Faktor, ob es klappt oder nicht. Macht euch regelmäßig bewusst, warum ihr studiert und welchen Mehrwert (beruflich & persönlich) das Ganze für euch hat. Ich habe über meine Motivation hier schon geschrieben und empfehle jedem, es auch zu tun. So schafft ihr erst einmal eine grundlegende Basis für Motivation, Leistungsbereitschaft und Spaß an der Sache (den ihr hoffentlich habt! Ansonsten Motive hinterfragen..).

Mir hat es übrigens sehr geholfen, das Studium als meinen „richtigen Job“ anzusehen. So seltsam das klingt! Aber so ist mir jeden Tag bewusst, dass ich definitiv etwas erledigen muss und die Arbeit eben nicht wartet, sondern liegen bleibt. Gerade als Student neigt man ja doch öfter dazu, sich zu denken „Machst du einfach morgen…“ – in einem festen Arbeitsverhältnis geht das aber nur bedingt und für mich ist diese Einstellung „Das Studium ist mein Job!“ daher echt Gold wert.

Diese Sache mit der positiven Einstellung braucht natürlich einige Zeit, um zu fruchten und zu wirken – aber für mich hat es sich als absolut wirkungsvoll erwiesen. Ihr könnt gut damit arbeiten, wenn ihr entweder wie ich eure Motivation schriftlich verfasst, euch mit motivierenden Postern/Dingen/Menschen umgebt oder euch jeden Morgen bewusst werdet: „Das was ich hier mache, mache ich gerne und deswegen investiere ich heute meine Kraft darin!“

 

  1. Feste Zeiten

Nur mal eben schnell auf Facebook gestöbert oder den Geschirrspüler angemacht… und schon ist eine Stunde rum. Wie ist das passiert? Kennen wir vermutlich alle. Eigentlich wollte man auch jeden Morgen um sechs aufstehen, um den Tag zu nutzen, und sitzt dann doch erst um elf vor den Büchern.

Als meine Tochter noch nicht in der Krippe, sondern hier zuhause war, habe ich immer dann gelernt, wenn sie Mittagsschlaf gemacht hat. Das waren zwei Stunden, in denen ich unglaublich effektiv gearbeitet habe und so viel geschafft habe, wie manchmal an einem kompletten Tag nicht. Einfach deswegen, weil ich ein festes Zeitfenster für das Studium eingerichtet hatte (bzw. das durch meine Tochter bestimmt wurde) und mich konsequent daran gehalten habe. Jetzt habe ich natürlich mehr Zeit und kann mir diese frei einteilen – trotzdem ist mein Tagesablauf eigentlich immer derselbe. Ich habe mir die Stunden, in denen ich lerne (meist so 4 Stunden täglich) zur Routine gemacht, und muss deswegen auch nicht jeden Tag neu entscheiden, wann und wie viel ich lerne(n muss).

 

  1. Keine Ablenkung

Eine Sache, die bei mir mittlerweile schon Standard ist, ist es, das Wlan auf meinem Handy auszumachen, während ich lerne. Erreichbar muss ich bleiben, allerdings reicht es vollkommen, wenn man mich anrufen kann. Der positive Effekt dabei ist: nicht mal eben auf Instagram gucken, nur mal schnell bei WhatsApp antworten – ihr kennt das. Lasst diesen Zeitdieben gar nicht erst die Möglichkeit und schaltet jegliche Ablenkung aus. Das Gleiche gilt für mich übrigens bei Musik: bei jeglicher Musik mit Gesang bin ich automatisch abgelenkt und kann mich nicht richtig konzentrieren (siehe Punkt 6). Wer seine Musik wie ich über den Laptop hört, muss den natürlich dafür anschalten – ansonsten kann auch der ausbleiben.

 

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  1. Einen Plan ausarbeiten

Gerade in Klausur-nahen Zeiten neigt man ja dazu, plötzlich wie ein Irrer loszulegen und den ganzen Tag und die ganze Nacht zu lernen. Bulimie-Lernen eben – das wird sofort nach der Klausur auch wieder vergessen. Ich finde es wesentlich effektiver, sich vorab mit der Stoffmenge auseinanderzusetzen und realistisch zu planen: wie lange brauche ich für dieses Kapitel, diese Zusammenfassung? Wo habe ich noch andere Dinge vor und finde keine Zeit zum Lernen? Und welche Wochenenden müssen frei bleiben, weil ich da etwas geplant habe? Ich für meinen Teil lerne bis auf die Wochenenden direkt vor der Klausur grundsätzlich nie am Wochenende. Für mich gehört das ganz meiner Familie und meistens ist es tatsächlich auch nicht notwendig. Eben genau deswegen, weil ich mich zu Beginn eines neuen Moduls immer hinsetze und mir einen Plan mache, was ich wann abarbeiten will bzw. muss. Hier unbedingt auch Pufferzeiten einplanen, wenn es zu knapp wird, geht das Ganze meistens nicht mehr auf.

 

  1. Pausen machen

Und genau so wichtig wie Pufferzeiten sind auch Pausen! Irgendwann bleibt einfach nichts mehr im Kopf hängen, die Konzentration lässt nach – der Körper kann einfach nicht ohne Pausen funktionieren. Wir alle haben Leistungshochs und -tiefs, die wir berücksichtigen müssen. Für mich funktioniert es gut, nach zwei Stunden eine kleine Pause von etwa 10 Minuten einzulegen und nach weiteren zwei Stunden dann eine halbe Stunde dazwischen zu schieben. Übrigens sind die Pausen für mich dann besonders erholsam, wenn ich sie zum Beispiel mit einer kurzen Runde verbinde: einmal schnell zum Supermarkt, zur Post etc. – die frische Luft wirkt Wunder! Wer ein kleines Kind oder einen Hund hat, kann natürlich auch mit dem Kinderwagen perfekt rausgehen und so ein bisschen im Kopf „auslüften“.

 

  1. Musik

Bei Spotify und vielen anderen Musik-Anbietern gibt es mittlerweile extra Playlists für Studierende. Ich habe davon einige abonniert und für mich festgestellt, dass ich wirklich effektiver damit arbeite. Musik beeinflusst uns natürlich ziemlich – entweder sie deprimiert uns, pusht uns, sorgt für gute Laune. Das kann man sich gut zu Nutze machen! Da Musik mit Gesang wie erwähnt für mich eine ziemliche Ablenkung darstellt, bin ich auf Instrumental-Musik umgestiegen, und mit der Wahl echt glücklich. Meistens laufen bei mir Filmsoundtracks im Hintergrund oder klassische Klavierstücke. Erstaunlicherweise werde ich ohne Musik im Hintergrund auch viel schneller müde und unkonzentriert – insofern ist das bei mir mittlerweile ein absolutes Muss.

 

  1. Genug Trinken

Damit der Kopf richtig arbeiten kann und die Informationen auch haften bleiben, muss auch unser Körper versorgt werden! Deswegen ist es generell schon unheimlich wichtig, viel Flüssigkeit (idealerweise Wasser oder Tee) zu sich zu nehmen. In Phasen, in denen man aber kognitiv arbeiten muss, bedeutet das nochmal eine zusätzliche Anstrengung. Das kann man sehr gut abfedern, indem man darauf achtet, wirklich genug zu trinken. Drei Liter empfinde ich als ideal. Zugegeben schaffe ich nicht so viel und lande bei etwa zwei Liter am Tag plus Kaffee, insofern ist bei mir auch definitiv mehr drin. Aber man sollte den Effekt nicht unterschätzen und sich am besten immer eine Flasche Wasser mit auf den Tisch stellen.

 

  1. Gesunde Ernährung

Dieser Punkt geht Hand in Hand mit dem Letzten. Nicht nur das Trinken ist wichtig, sondern selbstverständlich auch eine gesunde Ernährung! „Du bist, was du isst“ – dieser Spruch kommt nicht von ungefähr und ist absolut wahr. In Zeiten mit hoher Belastung für den Körper muss man wirklich auf viele Nährstoffe, Vitamine und Ballaststoffe achten, um den Körper mit allem notwendigen zu versorgen. Leichte, gesunde Kost verhindert auch das Tief nach dem Mittagessen („Suppenkoma“) und hilft dabei, fit und konzentriert zu arbeiten. Statt den Chips neben den Unterlagen sollte man zum Beispiel besser zu Nüssen greifen, die heißen nämlich nicht umsonst auch Studentenfutter 😉

 

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  1. Ballast reduzieren

Jeder von uns hat neben der Weiterbildung, dem Studium, der Abschlussprüfung und ähnlichem auch andere Dinge, die ihn beschäftigen: Sorgen, die man sich macht, oder Probleme, die einen nicht loslassen. Diese Gedanken beeinflussen uns tagtäglich, ob wir wollen oder nicht. Und sie beeinflussen natürlich auch unsere Produktivität und unsere Konzentrationsfähigkeit! Auch auf den ersten Blick „unwichtige“ Dinge wie ein unaufgeräumtes Arbeitszimmer können unsere Seele belasten – vielleicht nicht vordergründig, aber sie können uns in unserer Leistungsfähigkeit einschränken. Es hilft definitiv, sich um die Dinge zu kümmern, die sich „erledigen“ lassen – wie beispielsweise die unaufgeräumte Umgebung. In einer klaren, ordentlichen Umgebung, die auch noch optisch ansprechend ist, arbeitet es sich deutlich besser. (Wer mehr dazu wissen will, sollte sich unbedingt mit der „Simplify your Life“-Reihe beschäftigen, die dazu noch einige Informationen und Lösungen mehr bietet!) Ich habe für mich auch festgestellt, dass es unheimlich hilfreich ist, sich von den Problemen frei zu machen, die man ohnehin nicht ändern kann – das ist nur Zeitverschwendung und Ballast für die Seele. Dieser Ratschlag gilt übrigens nicht nur im Bezug auf das Lernen im Studium 😉

 

  1. Lernfreie Tage genießen

Zu guter Letzt: bloß kein schlechtes Gewissen haben, wenn man mal einen Tag etwas vor hat und deshalb nicht lernen kann! Nicht nur, weil man sich den Spaß an der Sache dabei versaut, es hilft einem auch kein Stück weiter. Lieber alles in vollen Zügen genießen, Kraft tanken und mit neuer Energie wieder zurück an den Schreibtisch!

 

Ich hoffe, ihr habt für euch das ein oder andere rausziehen können und könnt vielleicht etwas bei euch umsetzen und effektiver Lernen! Ich freu mich auf eure Kommentare 🙂

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4 Comments

  • Reply Emma 26. Juli 2016 at 13:38

    Liebe Anni.
    Ich finde deine Einstellung und deine Ideen zum Lernen und Leben einfach toll. Ich muss Gott sei Dank im Studium nicht so viel lernen, weil ich Design studiere, das gibt es deutlich mehr praktische Arbeiten. Aber ich finde, deine Tips kann man auch anderweitig nutzen. Ich glaube, du bist eine ganz schön gute Mami und noch dazu bist du wunderschön 🙂
    Viel Erfolg noch!
    Emmi

    • Reply Annie 27. Juli 2016 at 10:06

      Liebste Emma!
      Was für wundervolle Worte, wow!! Dein Kommentar hat mich im ersten Moment ganz sprachlos gemacht 😉 Ich freu mich umso mehr, dass meine kleinen Tipps dir auch so helfen können – du hast Recht, sie sind auch generell aufs Leben übertragbar!
      Ich habe auch gerade auf deinem Blog gestöbert und er gefällt mir wahnsinnig gut und ist gleich auf der Favoritenliste gelandet 🙂
      Hab einen ganz tollen Tag!

  • Reply Maj-Britt 26. Juli 2016 at 14:38

    Hallo Anni,

    ich bin auch Fernstudentin! 🙂 Darf ich fragen, bei welcher Uni du dein Fernstudium machst?
    Ich absolviere meins mittlerweile auch als Vollzeitstudium und ich kann mich super mit diesem Beitrag hier identifizieren! Die meisten Tipps habe ich mir letztens noch selbst aufgeschrieben, aber das mit der Musik ist mir neu! Das werde ich gleich mal ausprobieren, denn mir fällt es oft schwer mich zu motivieren, weil alles so ruhig ist! Also lieben Dank für die super Tipps 🙂

    Liebe Grüße,
    Maj-Britt

    http://www.dailymaybe.de

    • Reply Annie 27. Juli 2016 at 10:08

      Hallo liebe Maj-Britt 🙂 Das mit der Musik war tatsächlich was, was ich für mich auch erst rausfinden musste… ohne wurde ich immer so schnell müde! Wie schön, dass für dich was hilfreiches dabei war und dir in deinem Fernstudium weiterhelfen konnte! Ich studiere übrigens an der PFH Göttingen 🙂 Liebste Grüße an dich!

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