Persönliches

Kampf den Kilos – After-Baby-Body oder so.

28. Oktober 2015

Als wäre es nicht schon schwer genug, sich auf die größte Veränderung einzustellen, die es gibt – das Dasein als Mama – kommt von gefühlt überall her diese unausgesprochene Frage: und wann kümmerst du dich wieder darum, so auszusehen wie vorher?

Klar, das sagt einem keiner, außer vielleicht die kinderlosen Freundinnen, die nicht nachvollziehen können, dass die Zeit nach der Geburt noch mit so vielen körperlichen Veränderungen behaftet ist. Die nicht verstehen, dass der Körper nicht plötzlich sagt: „Also jetzt, wo die Geburt vorbei ist, schnippe ich mal kurz und dann ist wieder alles wie vorher!“ Die nicht das Gefühl kennen, wenn einem alles weh tut, und ich meine wirklich ALLES, man nicht in der Lage ist, ohne Schmerzen zu sitzen, sich plötzlich auch noch mit dem Stillen auseinander setzen muss, das vielleicht auch nicht sofort optimal klappt, der Schlafmangel an einem zerrt… und von den Hormonen muss ich wohl gar nicht erst anfangen.

Das Letzte, an was man da denkt, ist das Planen eines Sportprogramms und einer Diät (und gerade die ist während der Stillzeit eine ziemlich dumme Idee). Da ist ein kleiner Mensch, der den ganzen Tag deine Aufmerksamkeit und deine Liebe braucht und dem man nicht mal eben sagen kann: „Du, die Mami kann jetzt aber nur noch Kohlsuppe essen, das verstehst du doch, oder?“

Also steckst du all deine Kraft, deine Nerven, deine LIEBE in dieses kleine Wesen, alles andere ist nebensächlich und spielt einfach keine Rolle, denn was wichtig ist, ist deine kleine eigene Familie und dass ihr euch erst mal kennenlernt. Diese Zeit hat einen ganz besonderen Zauber – man tastet sich ran, findet langsam die Eigenheiten des kleinen Zwergs heraus und ist jeden Tag aufs Neue überwältigt.

Und das ist genau richtig so.

 

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Und dann kommt irgendwann der Punkt, an dem man wieder anfängt, den Radius zu erweitern – ganz langsam und vorsichtig wieder die Welt entdeckt, wie das kleine Menschlein auch. Man muss sein Leben zwangsläufig verändern und anpassen, das geht nur Schritt für Schritt. Die alten Gewohnheiten durch neue ersetzen oder beibehalten. Die alten Freundschaften versuchen, ins neue Leben zu retten. Frieden mit dem veränderten Körper schließen.

Kann ich ganz ehrlich sein? Mir ist das schwer gefallen. Plötzlich ist alles nur noch weich, Schwangerschaftsstreifen habe ich auch – und die Kilos zuviel natürlich.

Aber dieser Drang nach Perfektion, dieses Lechzen nach einem Ideal, dass einfach hochgradig unrealistisch ist – dieser „After-Baby-Body“-Mist… was soll das? Versteht mich nicht falsch, ich bin kein Freund davon, Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper als „Das muss ich hinnehmen, ich habe schließlich ein Kind bekommen“ abzutun, solange es im Bereich des Möglichen liegt. An Übergewicht kann man arbeiten, an einer strafferen Haut auch. Aber man muss nicht. Schon gar nicht, um sich noch im WochenBETT damit zu brüsten, dass man wieder so aussieht wie vor der Schwangerschaft. Was ist das für eine bekloppte Vorstellung? Natürlich geht das nicht, wäre ja auch verrückt, wenn diese sehr aufregende und spannende Zeit spurlos an einem vorbei gehen würde. Das hinterlässt auch körperlich seine Spuren. Immerhin hat man ein Kind bekommen.

Ich tue mich nach wie vor schwer damit, vollständig zu akzeptieren, dass das alles nicht mehr so aussehen wird wie vorher. Dass will ich mir auch zugestehen. Aber es gelingt mir immer besser, Frieden damit zu schließen und einen Haken dahinter zu machen. In meinem Rückbildungskurs sagte die Hebamme sehr treffend: „Mamas müssen weich sein!“ Dieser Spruch geht mir bis heute nicht aus dem Kopf und es ist viel Wahres dran. Meine kleine Raupe wird es nicht kümmern, ob die Zahl auf der Waage mit dem aktuellen Ideal des „After-Baby-Body“ übereinstimmt oder nicht – solange sie ihre glückliche Mami hat. Und natürlich ist es mir wichtiger, mich voll und ganz um sie zu kümmern, anstatt nur Kalorien zu zählen.

Und jetzt kommt das aber.

Ich bin gerade nicht zufrieden und das darf ich auch sein. Mein Körper hat eine wahnsinnige Leistung vollbracht und in gewisser Weise ist er eine Urkunde. Aber weil ich jeden Morgen schlechte Laune bekommen habe, wenn ich im Bad die Waage sah, musste etwas passieren.

Die letzten Monate habe ich hier und hier über mein ganz persönliches Projekt berichtet: jetzt gibt es wieder ein Update. In einer Nacht- und Nebelaktion habe ich mich bei Weight Watchers online angemeldet. Ich war nie Fan davon, muss ich sagen – konnte aber auch nicht viel zum Konzept sagen, weil ich nicht wirklich Ahnung davon hatte. Irgendwie habe ich Weight Watchers auch immer mit einer Abnahmemethode verbunden, die nur Frauen jenseits der 40 machen, warum, kann ich gar nicht sagen. Zum Glück habe ich mich kurzerhand angemeldet, ohne wirklich drüber nachzudenken – und was soll ich sagen, seit Mitte Juli funktioniert es super bei mir.

Zu Anfang habe ich noch gestillt und es war mir wichtig, meiner Tochter keine wichtigen Nährstoffe vorzuenthalten, nur damit ein paar Kilos purzeln. Deswegen habe ich nicht viel pro Woche abgenommen – dafür aber stetig und langfristig mit gutem Erfolg. Seit Juli bin ich dabei und habe bisher fünf Kilo geschafft. Klingt erst einmal nicht viel, ich weiß. Denkt man aber daran, dass ich bei Beginn noch voll gestillt habe und mein Ausgangsgewicht nicht übermäßig hoch war, sieht das schon wieder anders aus. Mittlerweile bin ich kurz davor, unter die 60kg zu kommen, und wisst ihr was? Das ist ein tolles Gefühl und macht mich glücklich! Und wie ich zu sagen pflege: Happy Mami – Happy Baby 🙂

Ich will euch auf jeden Fall Mut machen, gerade für die, die denken, es wird nix mehr. Diese Spirale zieht einen immer weiter runter und es ist wie ein Kreislauf von negativen Gedanken… aber man hat es in der Hand und jeder ist in der Lage, etwas dagegen zu tun. Wenn du unzufrieden ist, ändere es! Love it or leave it.

Ab und an habe ich ja schon mal angerissen, dass mich das Thema Selbstwert und Selbstfindung nach wie vor sehr beschäftigt, und auch das Körpergefühl spielt da eine Rolle. Nicht, weil es wichtig ist, was die anderen denken, sondern weil es wichtig ist was DU von dir denkst. Denn nur darum geht es.

 

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Ich jedenfalls bin jetzt bei fast 10kg weniger angekommen… und das fühlt sich gut an. Klar gibt es auch krassere Erfolgsgeschichten als meine, aber vielleicht motiviert es ja einen von euch – wie genial wäre das denn?

Meine Erfahrungen mit Weight Watchers sind bis jetzt auf jeden Fall mehr als positiv. Ich habe wirklich auf nichts verzichtet und hatte gar nicht das Gefühl einer Diät, denn das ist es auch nicht. Das bewusste Auseinandersetzen mit der Ernährung bringt einiges und das zeigt sich letztendlich auch auf der Waage. Bei mir fehlt noch die 5 vorne, aber das kriege ich auch hin. Bald!

Wenn ihr noch Fragen zum Thema habt, stellt sie gerne in den Kommentaren oder erzählt eure Geschichte einfach. Ansonsten gibt’s auch mehr Infos auf der Weight Watchers Homepage.

Alles Liebe,
Anni

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